Halb Mensch, halb Fisch und ein garstiger Kinderschreck. So wird die deutsche Sagenfigur des Hakemanns beschrieben. Wenn er auftaucht, jagt der den Kindern Angst und Schrecken ein. Er lebt im Wasser, aber auch in den Brunnen der Städte. Sollten sich Kinder ihm zu stark nähern, benutzt er seinen Haken, um sie zu sich ins Wasser zu ziehen.
Wassergeist aus den Flüssen
Der Hakemann gehört zu den Wassergeistern. Die Gestalt ist in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Franken, in Luxemburg und im Elsass bekannt. Besonders im Raum Peine und am Fluss Leine bekannt. Es gibt aber auch einen Brunnen im brandenburgischen Fürstenwalde, in dem der Sage nach der Hakemann sein Unwesen treibt.
„Fast“ wie eine Nixe!
Die Gestalt des Hakemanns ist eine Symbiose aus einem Menschen und einem Fisch. Er ähnelt der filigranen Arielle, denn er hat einen menschlichen Oberkörper und eine Flosse als Unterkörper. Mit seinen spitzen Zähnen und seiner als wuchtig beschriebenen Gestalt sind die körperlichen Merkmale jedoch die einzige Gemeinsamkeit.
Schwimm schnell davon!
Der Hakemann lebt in Flüssen, Bächen und Seen. Auch in den tiefen Brunnen der Städte kann er den Menschen gefährlich werden. Er lauert den Menschen auf, wenn er Nahrung sucht. Somit sollten die Menschen den Gewässern nicht zu nahe kommen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, sich vor dem Hakemann zu schützen: Wer schwimmen kann, ist nicht gefährdet. Vor diesem Hintergrund hat die Sage bei Kindern eine besondere Wirkung.
Abweichende Namen der Sagengestalt
Im deutschen Raum ist die Sagengestalt allgemein als Hakemann bekannt. Es gibt jedoch abweichende Namen in anderen Regionen:
- Luxemburg: Kropemann
- Franken: Hägglmoo
- oder auch in Franken: Hokemo
Wünsch dir was!
In Alfeld in Niedersachsen erzählt man sich eine besondere Abwandlung der Sage. An der Leine konnten sich Kinder vom Hakemann ein Brüderchen oder ein Schwesterchen wünschen, wenn die Mama in anderen Umständen war. Sie hingen eine Angel mit einem Zuckerbonbon in den Alfelder Gottesbrunnen. War das Zuckerbonbon nicht mehr dran, hielt der Hakemann mit großer Wahrscheinlichkeit Fürsprache beim Klapperstorch. Blieb es jedoch an der Angel hängen, war das kein gutes Zeichen. Das Kind hatte vermutlich zu viele Fische aus dem Gewässer gefangen und durfte nicht mit der Erfüllung seines Wunsches rechnen. Eine weitere regionale Abwandlung ist übrigens der Hakemann in der Unstrut.